NewsGoogle plant eine eigene Videospiele-Plattform

29. Jun 2018 / 08:27 von Sascha Böhme

Während die Videospiele-Industrie über PS4- und Xbox One-Nachfolger spricht, soll Google eine eigene Videospiele-Plattform vorbereiten. Das berichtet Kotaku unter Berufung auf fünf Personen, die über Googles Pläne direkt Bescheid wissen oder es aus zweiter Hand erfahren haben.

Es soll sich angeblich um eine Streaming-Plattform handeln, für die der Kunde eine Hardware benötigt. Außerdem will Google alle Spiele-Entwickler unter ein Dach bringen: Entweder durch aggressive Personaleinstellungen oder Firmenübernahmen.
 

Auf der Game Developers Conference im März 2018 haben sich führende Google-Vertreter mit mehreren großen Videospiele-Herstellern getroffen, um Interesse für ihre Streaming-Plattform - trägt den Codenamen Yeti - zu wecken. Auch auf der E3 sollen sich Google-Repräsentanten mit Spiele-Entwicklern getroffen haben: Allerdings nicht nur, um sie für Yeti zu begeistern, sondern die Studios komplett zu übernehmen.

Die Google-Plattform würde ähnlich wie Nvidias GeForce Now funktionieren, wo das Rendern der Grafik auf externen leistungsstarken Computern erledigt wird. Damit könnte selbst der billigste PC High-End-Spiele darstellen. Eine mit Yeti-Plänen vertraute Persone meint, dass es so wäre, als wenn man The Witcher 3 in einem Tab von Google Chrome spielen würde.

Yeti soll zudem eng mit YouTube zusammenarbeiten: Wenn man in einem Spiel nicht weiterkommt, braucht man nicht mehr auf seinem Notebook oder Handy für einen Guide nachschauen; man drückt eine Taste und über den eigenen Bildschirm legt sich ein YouTube Walkthrough von dem Spiel, das man gerade spielt.

Einige Entwickler, mit denen Kotaku gesprochen hat, stehen dem Projekt von Google skeptisch gegenüber: Googles Geschichte, irgendwelche Initiativen zu starten und sofort wieder fallen zu lassen, sind berüchtigt. Auch ist die weltweite Internet-Versorgung nicht so optimal, als dass überall Streaming möglich ist.

Ebenso stellt sich die Frage nach der Software. In der Geschichte der Videospiele haben schon viele Versuche stattgefunden, Nintendo, Sony oder Microsoft vom Thron zu stoßen, die allesamt gescheitert sind. Gerade auch durch das Fehlen einer "Killer App", die Google abliefern müsste.

Im Januar 2018 hat Google Phil Harrison eingestellt, ein Veteran der Branche, der viele Jahre Führungsrollen bei Sony und Microsoft für PlayStation bzw. Xbox eingenommen hat. Google hat zusätzlich massiv Personal eingestellt, darunter erfahrene Videospiele-Entwickler und Marketing-Experten von Electronic Arts, PlayStation und vielen anderen Top-Unternehmen. Es bleibt abzuwarten, was in den nächsten Monaten oder Jahren aus Yeti wird.

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