Special Das iPad Mini Retina

Vor etwas über einen Woche hat Apple unerwartet den Startschuss zum Retina iPad mini Verkaufsstart gegeben. Seit dem 12. November lässt sich das iPad mini mit Retina Display über den Apple Online Store bestellen. Gleichzeitig startete Apple den Verkauf über die eigenen Retail Stores.

Vor etwas mehr als einem Jahr hat Apple sein erstes iPad Mini offiziell vorgestellt und damit einmal mehr zahlreichen Gerüchte und Leaks bestätigt. Das Gerät war eine direkte Antwort an die Konkurrenz und speziell an Google und Amazon, die dem Konzern mit ihren günstigen Sieben-Zoll-Tablets zunehmend Marktanteile strittig machten.
Mit einem Preis ab 359.- Franken war das iPad Mini das günstigste iPad am Markt, Kunden mussten dafür unter anderem eine vergleichsweise geringe Display-Auflösung von 1024 x 768 Pixel in Kauf nehmen. Mit einem 1 GHz Dual-Core-Prozessor und 512 MB Ram konnte auch das Innenleben nicht mit den aktuellen Android-Geräten Schritt halten. Mit dem neuen iPad Mini Retina hat sich Apple genau dieser Schwächen angenommen. Ob die Frischzellenkur erfolgreich war, habe ich mir dieses Wochenende genauer angesehen.
 
Da das Design des ersten iPad Mini großteils auf positive Kritik gestoßen ist, hat Apple offenbar entschieden, hier nur das Notwendigste zu verändern. In ausgeschaltetem Zustand ist das neue iPad Mini Retina darum von der älteren Variante kaum zu unterscheiden. Bei sehr genauem Hinsehen fällt zwar auf, dass das Tablet eine Spur dicker (7,5 statt 7,2 Millimeter) und schwerer (WLAN-Version 331 statt 308 Gramm) als sein Vorgänger ist, auf die Handhabung wirkt sich das allerdings kaum aus.
 
Der Aluminium-Unibody wurde ansonsten nicht verändert, die Verarbeitung macht abermals einen gewohnt wertigen Eindruck. Auch die Vorderseite hat sich nicht verändert, der Rahmen neben dem Display ist wieder dünn ausgefallen, was insgesamt für eine ansprechende Optik sorgt. Getrübt wird dieser Eindruck lediglich von Fingerabdrücken, die sich auch auf dem neuen iPad sehr gerne festsetzen. Die Tatsache, dass Apple in Sachen Design seinem ursprünglichen Konzept treu geblieben ist, hat für Kunden, die auf das neue Modell upgraden auch einen positiven Effekt: Ein Großteil des Zubehörs für das alte iPad Mini ist auch mit der neuen Version kompatibel.
 
Die Verwechslungsgefahr zwischen dem alten und dem neuen iPad Mini verfliegt spätestens dann, wenn man das Display zum ersten Mal einschaltet. Apple hat dem neuen iPad ein Display mit 2048 x 1536 Pixel spendiert, was bei einer Diagonale von 7,9 Zoll zu einer Pixeldichte von 326 PPI führt. Im Vergleich zum ersten iPad Mini hat sich die Pixeldichte somit exakt verdoppelt, wodurch das neue iPad nun auch erstmals den Zusatz Retina tragen darf, Apples hauseigene Bezeichnung für hochauflösende Displays. 
 
Das neue iPad Mini weist somit übrigens die gleiche Auflösung auf, wie auch der große Bruder iPad Air. Auf dem kleinen Display führt das sogar zu einer besseren Darstellung als bei den 9,7-Zoll Tablets.  In der Praxis weiß das Display zu beeindrucken. Die Schärfe, sowie die Darstellung von Farben und Kontrasten lässt keinen Raum für Kritik zu. Das Betrachten von Fotos macht dabei genauso Freude, wie das Lesen eines Buches oder das Surfen im Web. Fotos werden angenehm natürlich präsentiert, während Schriften gestochen scharf angezeigt werden. Neben dem neuen iPad Mini Retina wirkt das Display des alten im direkten Vergleich fast schon wie das, eines Budget-Tablets.
 
 
Im Inneren des neuen iPads werkelt der gleiche A7-Chip wie schon im iPhone 5S und dem neuen iPad Air. Der einzige Unterschied zwischen den Geräten besteht in der Taktung der CPU. Während das iPhone 5s mit 1,3 GHz getaktet ist, sind es beim iPad Air 1,4 Ghz. Beim iPad Mini Retina hat Apple wieder einen Gang zurückgeschaltet, die CPU läuft wie beim 5s mit 1,3 GHz. In Benchmarks schneidet das iPad Mini Retina in etwa genauso ab, wie das iPhone 5s und minimal schlechter als das iPad Air. In der Praxis fällt dieser Unterschied allerdings nicht auf. Webseiten und Apps laufen allsamt flüssig ab. Auch anspruchsvolle 3D-Spiele - und das ist für uns Gamer einer der wichtigsten Punkte - wie Real Racing oder Infinity Blade machen dem neuen iPad Mini keinerlei Probleme, im Gegenteil. Viele der technisch besten iOS Spiele wirken dank neuer A7 Power noch runder. Im Vergleich zum alten iPad Mini stellt der neue Chip fast schon einen Quantensprung dar. Je nach Benchmark erreicht man mit dem neuen Modell fünfmal so gute Werte. Dieser Unterschied ist auch in der Praxis deutlich spürbar. 
 
Das iPad Mini Retina wird mit Apples neuester iOS-Version 7 ausgeliefert. Anfängliche Kinderkrankheiten, wie etwa das einfache Umgehen des Lock-Screens, wurden mittlerweile kleinerer Software-Updates ausgehebelt, was das Betriebssystem insgesamt zu einem guten Begleiter im Alltag macht.
 
Das iPad Mini Retina ist mit zwei Kameras ausgestattet. Die iSight-Hauptkamera ist neben dem Design wohl das einzige, was noch vom alten iPad Mini übrig geblieben ist. Apple meint offenbar (zurecht), dass Menschen mit iPads wenig fotografieren sollten und packt den gleichen Fünf-Megapixel-Sensor mit f/2.4-Linse wie schon beim Vorgänger in das Gehäuse. Die Aufnahmen damit werden zwar nicht katastrophal schlecht, laden aber gleichzeitig auch in keinster Weise dazu ein, die Kamera einem aktuellem Smartphone vorzuziehen.
 
 
Besseres gibt es über die Front-Kamera zu berichten. Rechtzeitig nachdem “Selfie” zum Oxford Dictionaries Word of the Year gewählt worden ist, liefert Apple eine Frontkamera, die trotz geringer 1,2-Megapixel-Auflösung in der Lage ist, auch unter schlechten Lichtverhältnissen gute Ergebnisse zu erzielen. In Verbindung mit dem neuen rauschunterdrückenden Mikrofon eignet sich das iPad Mini Retina auch gut für Videochats in maximal 720p.
 
Mit zehn Stunden wird die Akkulaufzeit des iPad Mini Retina genauso lang angegeben, wie die des iPad Air. Dieser Wert ist auch in der Praxis durchaus realistisch, bei mittelmäßiger bis starker Belastung kommt man bei durchgehend aktiviertem Display auf ziemlich exakt diesen Wert. Bei moderater Nutzung im Alltag dürfte es meistens darauf hinauslaufen, dass das iPad im Schnitt alle drei Tage an die Steckdose muss. Beim Zocken natürlich häufiger, wobei der Akku immernoch 4-5 Mal länger hält als beispielsweise bei der PlayStation Vita oder dem Nintendo 3DS. Trotz der wesentlich stärkeren Hardware kommt man mit dem neuen iPad Mini also annähernd gleich lange aus, wie mit der älteren Version. Grund dafür dürfte wohl Apples stromsparender A7-Chip sein, der auch schon dem Air eine Betriebsdauer jenseits der zwölf Stunden ermöglicht.

Fazit

Das beste iPad? Das iPad Mini ist mit dem aktuellen Upgrade erwachsen und nicht mehr nur ein günstiger Ableger, sondern ein ernsthafter Konkurrent für seinen großen Bruder geworden. Apple bekennt sich mit dem neuen Tablet erstmals voll zum 7,9-Zoll-Format und liefert in Sachen Verarbeitung, Leistung und Display das Beste ab, was der Konzern derzeit zu bieten hat. Speziell als Gamer wird man das kleinere Format gegenüber dem grossen iPad zu schätzen wissen, denn man erreicht ohne Umgreifen alle Stellen auf dem Display. Zudem wirkt das Display noch schärfer als beim grossen Bruder iPad Air. Zum Spielen ist das iPad Mini Retina in unseren Augen die beste Wahl und der Konkurrenz von Sony und Nintendo weit überlegen.

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