Special Circle Pad Pro

Nicht handlicher, liegt aber besser in der Hand. Einen Schönheitspreis gibt es deswegen trotzdem nicht, oder?

Alteingesessene Videospieler oder Retro-Verliebte kennen die Hardwareerweiterungen bestens. Bereits für den Ur-GameBoy entwickelten Nintendo sowie diverse Third-Parties unzählige Add-Ons. Hier eine Lupe, da ein aufsetzbares Licht bis hin zur stationären Arcade-Box mit Joystick. Dass unser geliebtes tragbares Videospielgerät dadurch kaum an Mobilität gewonnen hat, dürfte auf der Hand liegen. Zuhause den Lesesessel mit dem GameBoy missbraucht, haben die Aufsätze aber je nach Zubehör durchaus einen Komfort-Zusatz gebracht.
 
Andere Konsolenhersteller üb(t)en sich ebenfalls im Hardware aufrüsten. Sega bastelte aus einer einst hübschen 16-Bit Konsole eine selten hässliche Konstruktion. Erst haben sie das (wenigstens im Frontloader-Modell hübsche) CD-Rom Laufwerk drangepappt und dann Jahre später den 32x Aufsatz in den Modulschacht gesteckt. Zwar powerten die Käufer ihre einst altbackene Konsole wesentlich auf, ob sich die Investitionen aufgrund des nachfolgenden Spieleangebots gelohnt haben, bleibt eine andere Frage.

Nachträgliche Hardware-Updates bringen immer dasselbe Problem mit sich: Nicht jeder Konsolenkäufer hat Zugriff auf die neuen Funktionen. Dadurch scheuen sich oftmals die kostenbewussten Publisher, Spiele exklusiv für jene Hardware-Erweiterungen zu produzieren.

Soviel zur Vergangenheit. All jene Punkte dürfen nahtlos auf Nintendos neuste 3DS Entwicklung projiziert werden. Das Gerät liegt nach kurzer Eingewöhnungszeit besser in der Hand, in der Strassenbahn wird der Handheld aber nicht handlicher. Der zweite Stick fühlt sich für meine Hände nicht perfekt positioniert an, was wiederum dem Kompakt-Kompromiss geschuldet sein dürfte. Sicher ist: Unterstützen zukünftige Spiele die zwei zusätzlichen Schultertasten wie auch den zweiten, rechten Stick, spielen sich jene angenehmer. Capcoms Resident Evil Revelations bestätigt diese Vermutung bereits zur Geburtsstunde des Add-Ons. Sicher ist aber auch, dass Nintendos Kleinster dadurch keinen Schönheitsgewinn mehr einheimsen wird.

Fazit

Wieviele Spiele letztendlich vom Circle Pad unterstützt werden und ob gar Exklusivtitel erscheinen werden, steht in den Sternen. Sollte der zweite Stick in die nächste 3DS-Variation integriert werden, dürfte sich diese Frage schnell zum Nachteil der Circlelosen Spieler beantworten. Wer dem Handheld seine Zeit öfters zuhause widmet, macht mit dem Kauf sicher nichts falsch - zumal der Preis selbst für einen Schüler erschwinglich sein dürfte und das Gerät mit einer AAA Batterie über 400 Stunden läuft. Unterwegs wird das Gerät dank grösseren Massen unpraktischer – und wieso ich meinen 3DS-Stift nicht im Circle-Pad verstauen kann, bleibt Nintendos grosses Rätsel. Insgesamt eine preiswerte sowie letztendlich empfehlenswerte aber nicht perfekte Lösung.

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