Special Wii Zapper

Wer mit einem NES gross geworden ist, erinnert sich gewiss noch an den ersten Zapper. Mit dieser Lichtpistole in Grau und Orange konnte man auf Enten, Zielscheiben oder Gangster schiessen. Nach fast 20 Jahren gibt es nun einen neuen Zapper für die Nintendo Wii. Er wird mit dem Spiel "Link's Crossbow Training" ausgeliefert.

Der Wii-Zapper ist diesmal keine Lichtpistole, sondern ein Kunststoffgehäuse in Gewehrform, das die Fernbedienung der Wii und die Nunchuk-Erweiterung aufnimmt. Er wurde zur Verwendung mit bestimmten Shooter-Spielen entwickelt. Mit seinem schlichten, abgerundeten Design in mattem Weiss passt der Zapper perfekt zur Wii-Ästhetik. Trotz der angedeuteten Waffenform - sie erinnert entfernt an eine Thompson-Maschinenpistole aus der Zeit von Al Capone - wirkt der Zapper längst nicht so martialisch wie das Original. Offen gesagt: Er sieht eher nach einer abstrakten Skulptur als nach einer Schusswaffe aus. Das verdankt sich vor allem seiner weissen Farbe und den abgerundeten Kanten.

Das ebenmässige, mattweisse Gehäuse entpuppt sich als angenehm schlichtes und komfortables Gerät mit nur wenigen beweglichen Teilen und ganz ohne Elektronik. Die Fernbediengung der Wii lässt sich oben am Zapper einschieben und rastet sicher ein. Die Nunchuk-Erweiterung passt in eine kleinere Aussparung am hinteren Handgriff des Zappers. Sie wird von zwei kleinen Kunststoffnippeln fixiert. Sobald beide Geräte im Zapper untergebracht sind, kann man ihr Verbindungskabel aufgewickelt im Griff verstauen. Das Aufrollen und Verbergen des Kabels sorgt für ein aufgeräumtes Erscheinungsbild. Doch das Einbauen und Entfernen der verkabelten Nunchuk-Erweiterung ist ziemlich mühselig. Da wird man dann wohl irgendwann noch einmal 49 Franken in ein zweites Nunchuk investieren, das permanent im Zapper verbleiben kann.

Sobald er mit Wiimote und Nunchuk bestückt ist, fühlt sich der Zapper schon solider an und liegt sehr viel besser in der Hand. Die vordere Hand kann den Auslöser betätigen, der die B-Taste der Wiimote aktiviert. Die hintere Hand übernimmt die Kontrolle über das Nunchuk. Auch wenn der Zapper nicht wie eine Waffe aussieht, fühlt er sich zumindest wie eine an. Der Spieler hält ihn mit beiden Händen, richtet den Lauf auf den Bildschirm - und schon kann er losballern. Natürlich könnte man auch wie gewohnt die Wiimote in einer Hand und das Nunchuk in der anderen halten und so jedes Wii-Spiel bestreiten. Doch hier geht es vor allem um die Ergonomie. Der Zapper fügt dem Bediensystem der Wii zwar keine eigenen oder gar einmaligen neuen Funktionen hinzu. Aber er ermöglicht eine fast ideale Haltung für Shooter-Spiele. Der Zapper gestattet einfach ein besseres Handling als die normale Verwendung von Fernbedienung und Nunchuk. Er fühlt sich allerdings nicht ganz so authentisch an wie eine echte Lichtpistole. Die Sensoren der Wiimote stellen da eine gewisse Einschränkung dar. Dennoch lassen sich die entsprechenden Spiele mit dem Zapper wesentlich intuitiver bedienen als nur mit Fernbedienung und Nunchuk. Zumindest gilt das beim Zielen und Schiessen. Doch wenn der Spieler seine Figur mithilfe des Thumbsticks am Nunchuk bewegen und gleichzeitig zielen will, dann ist das schon eine echte Herausforderung. Daran muss man sich erst gewöhnen und darf sich nicht frustrieren lassen.

Betrachtet man die für den Zapper gedachten Spiele, etwa 'Medal of Honor: Heroes 2', 'Resident Evil: Umbrella Chronicles' und 'Ghost Squad', dann konzentrieren sich die Hersteller vor allem auf so genannte 'Rail Shooter'. Das sind jene Spiele, bei denen sich der Spieler auf einem vorgegebenen Pfad automatisch vorwärts bewegt. Dabei kann man sich auf das Zielen und Schiessen konzentrieren und muss sich weniger mit der Bewegung beschäftigen. Auch ohne diese neuen Titel lohnt der Kauf des Wii-Zappers allein schon wegen des im Lieferumfang enthaltenen Spiels Links Crossbowtraining. Dieser einfache, an 'Zelda' angelehnte Shooter rechtfertigt an sich schon den Preis von 49 Franken - selbst ohne den Zapper. Es ist weder das umfangreichste noch das komplexeste Spiel der Welt, doch es bietet genug Spielspass und Abwechslung, um sowohl Gelegenheitsspieler als auch ausgemachte Nintendo-Fans zufriedenzustellen. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Elfen Link, dem auf einmal eine Armbrust in die Hände fällt, nachdem er fast zwanzig Jahre lang nur Pfeil und Bogen benutzt hat. Wie es der Zufall will, ähnelt Links Armbrust auffallend dem Wii-Zapper. In neun Levels mit jeweils drei separaten Stufen stellt der Spieler seine Treffsicherheit unter Beweis. Neben dem üblichen Schiessen auf bewegte Zielscheiben gibt es bei 'Link's Crossbow Training' auch Episoden, bei denen man Horden angreifender Skelette abwehren oder sich den Weg durch ein Goblin-Lager freischiessen muss. Sogar fliegende Totenköpfe gilt es vom Himmel zu holen, wobei die Szenerie stark an das Tontaubenschiessen 'Duck Hunt' angelehnt ist. Das Spiel ist nicht besonders komplex, aber einfach und witzig - eben das Erfolgsrezept der Wii.

Fazit

Der Wii-Zapper kommt nicht ganz an seinen berühmten Vorgänger heran und wird wohl auch nicht zu einer solchen Legende innerhalb der Spielergemeinde werden. Dennoch ist der Zapper ein nettes Zubehör mit Unterhaltungswert. Der Zapper ist sicher kein unbedingtes Muss für Wii-Besitzer, sorgt aber durchaus für zusätzlichen Spielspass. Und mit ein paar Zapper-tauglichen Spielen in Aussicht lohnt sich die Investition allemal.

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