Special Switch NEOGEO Classics 19

Nach dem letzten, äusserst durchwachsenen Special warten heuer wieder etwas interessantere Titel auf die NEOGEO- und Arcade-Fans. Welcher der durchaus unterschiedlichen Raufereien auch heute noch einen Blick wert sind, haben wir durchleuchtet.

Savage Reign

Nach Jahren der 2D-Fighting Flut auf dem NEOGEO System sorgte Savage Reign 1995 nur für wenig Aufsehen. Zu wenig hebt den Titel in neue, bislang unbekannte Sphären. Einzig ein Zwei-Ebenen Kampfsystem sowie Wurf-Waffen unterscheiden den Klopper von anderen Genre-Vertretern. Einmal mehr wird von einem zukünftigen Endgegner (hier mit dem vielversprechenden Namen King Leo) ein Turnier veranstaltet, um den Stärksten der Starken zu küren. Dazu beharken sich die zehn zur Wahl stehenden Raufbolde mit ihrer individuellen Waffe und hüpfen auf Wunsch mittels Knopfdruck eine Etage höher. Leider weisen die vertretenen Streithähne kaum Charisma auf. Technisch zeigt sich Savage Reign aber von der besten Seite: Zoom Effekte à la Art of Fighting 2, hübsche Animationen und rockiger Sound locken zum Verweilen. Wer nicht genug von SNK-Prüglern bekommen kann oder die virtuelle Sammlung komplettieren möchte holt sich diesen Download. Gerade von SNK selbst gibt es aber interessantere Fighting-Titel im Angeobt, insbesondere solche mit einem interessanteren Charakter-Aufgebot.

King of Fighters 2001

Die achte Ausgabe des Turniers wurde erstmalig nicht von SNK selbst entwickelt. Aufgrund deren Konkurses stammt KoF 2001er von Eolith. Am Spielprinzp hat sich derweil wenig geändert. Es treten ganze 40 Kämpfer gegeneinander an. Zusätzlich warten noch zwei Bosse und drei Striker. Hiervon waren acht Recken bis dahin gar komplett ungesehen. Das Striker System wurde in diesem Jahrgang komplett überarbeitet: Dem Spieler stehen vier freie Plätze für die Teamzusammenstellung zur Verfügung. Ob jene mit Strikern oder spielbaren Charakteren gefüllt werden sollen, bleibt jedem selbst überlassen. Wer keinen Striker im Team hat, fügt dem Gegner etwas weniger Schaden zu, wer gar zwei oder drei der Hilfs-Fighter aus dem Background ins eigene Team aufnimmt, dezimiert die gegnerische Energie-Leiste bei Treffern umso mehr. Ein überraschend ausgegorenes Prinzip das auch eine Menge an Taktik ins Spiel bringt. Weniger überzeugend dagegen sind sowohl Backgrounds wie auch deren Musik. Das tut dem Spiel aber keinen Abbruch, gerade aufgrund der neuen Striker-Idee ist King of Fighters 2001 selbst für Besitzer der Vorgänger einen Blick wert. Schliesslich ist auch dieser Jahrgang - was das Gameplay angeht - über jeden Zweifel erhaben.

King of the Monsters 2

Die Monster sind wieder hier, selbstverständlich suchen sich die Prügel-Rüpel erneut die Erde als bevorzugten Kampfschauplatz aus. Nachdem sich die Unwesen im Vorgänger gegenseitig ans Leder gegangen sind, folgt einige Story-Jahre später eine Alien-Invasion. Die gute alte Erde wird ganz schön in Mitleidenschaft gezogen. Klar, dass sich die ollen Monster sowas nicht gefallen lassen und zurückschlagen. Allerdings sind von den sechs Kollegen aus dem Vorgänger nur noch deren drei im Aufgebot. Geon, Astro Guy und Woo wollen sich die Vormachtstellung auf dem Menschen-Planeten zurückholen. Neu wird auf der Erde in verschiedenen Gegenden auch gescrollt, und am Ende wartet ein besonders fieser Alien-Obermotz. Jene sind übrigens, genau wie das ganze Spiel, alles andere als einfach zu bewältigen. Den i-Punkt setzt hier der finale Endgegner, der geradezu lächerlich schwer ist – SNK Fans kennen die Situation aber schon zu genüge aus anderen Titeln. Fans des ersten Teils werden auch hier ihren Spass finden, über den Status «Für Fans» heraus schafft es King of the Monsters 2 aber keinesfalls.

3 Count Bout

Bis auf die Wrestling-Monster im King of the Monsters Modul gab es bislang wenig für Genre-Fans. Diesen Umstand sollte 1993 das Modul 3 Count Bout beheben. Das in Japan unter dem Namen Fire Suplex bekannte Spiel bietet einige unterschiedliche Stages. Da wären der klassische Ring, ein solcher mit elektrisch geladenen Seilen sowie eine düstere Lagerhalle und eine Garage, in Letzteren liegt gar diverses Schlagutensil, um dem Gegner mit unfairen Mitteln übermächtig zu werden. Das ist auch zwingend nötig: 3 Count Bout ist gegen die CPU nahezu unspielbar schwer. Wrestling Spiele leben von den entsprechenden Moves, jene werden im Nahkampf ausgelöst – aber nur wer schneller auf die Tasten haut, darf seine Aktion ausführen. Das ist nahezu immer die KI. Wer bei diesem 106Mbit Kracher dennoch etwas Spass haben möchte, spielt vorzugsweise zu zweit – entweder im eins gegen eins oder gar im Duett gegen die CPU. Das ist zwar noch immer schier unspielbar, aber geteiltes Leid ist bekanntermassen halbes Leid. Audio-Visuell überzeugt das Spiel übrigens vollends, die zehn variantenreichen Charaktere sind hübsch animiert und die Stages schön bezeichnet. Wer einen Wrestling-begeisterten Freund abgreifen kann, überlegt sich den Kauf.

 

Fazit

Klarer Gewinner im vorgestellten Quartett ist King of Fighters 2001. Eine äusserst flexible Team-Gestaltung führt zu einem erfrischend neuartigen Spielgefühl, das sich mit der erstklassigen Spielbarkeit wunderbar verträgt. Savage Reign bietet auch heute noch sehr hübsche Grafik, aber wenig sympathische Charaktere. Fans vom Art of Fighting Zoom-Effekt holen sich das Spiel dennoch auf den internen Speicher. Kaum noch jemandem vorm Ofen hervor lockt heute das Monster-Handgemenge King of he Monsters 2. Viel zu schwer, kaum Abwechslung und nur drei Charaktere zur Wahl – keine Attribute, die den Download stark forcieren würden. In dieselbe Kerbe schlägt das Wrestling-Spektakel 3 Count Bout. Das aber speziell für TV-Zuschauer der WWF/WCF, trotz gnadenlos hartem (oder eher unfairen) Schwierigkeitsgrad, interessant anmuten dürfte. Hübsche Grafik und abwechslungsreiche Muskelmänner bietet der Titel allemal.

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