Preview Escape from Tarkov

Dank der elend schlechten Walking Dead Folgen keine Lust mehr auf Zombies und DayZ? Nach über 200 Stunden PUBG Lust auf etwas Neues? Escape from Tarkov springt genau hier in die Bresche und möchte eine komplett neue Spielerfahrung offenbaren.

Vorschusslorbeeren gab es so einige für Escape from Tarkov. Klasse Grafik, konkurrenzlose Geräusch-Kulisse und ein beinhartes Gameplay sollen den Titel aus Russland vor der grossen Südkoreanischen Konkurrenz abheben. Ob es den Jungs von Battlestate Games gelingt, den Olymp der Ego-Shooter zu erklimmen, hat nicht nur uns interessiert. Dank freundlicher Unterstützung des Publishers haben wir uns mit zwei Beta-Codes zum Spiel auf in die verlassenen Gegenden der ehemaligen UDSSR gemacht.

Gleich vornweg: Nicht nur das Spiel ist alles andere als einfach, auch dessen Einstieg erfordert die eine oder andere Prise Geduld. Selbst der erstmalige Login-Vorgang will nochmals mittels zusätzlichem, via E-Mail übermittelten Code bestätigt werden. Danach gilt es erstmal den eigenen Charakter auszurüsten. Verpasst man in der Eile des ersten Spiels diesen eigentlich einfachen Vorgang (korrekt, selbstverständlich sind wir mit auf diesen tölpelhaften Zug aufgesprungen), findet man sich kurzerhand mit einem simplen Beil bewaffnet mitten im Kriegsgebiet. Selbstredend darf nun der Level gelootet werden; Feindkontakt sollte aber tunlichst vermieden werden, genauso wie die Nacht im Freien – denn so ganz ohne UV-Brille sehen wir nichts bis auf die stockfinstere Dunkelheit. Der Vorteil am leichten Gepäck: Der mit Sicherheit einkehrende Bildschirm-Tod eliminiert keinen unserer spärlich vorhandenen Inventar-Gegenstände. Sollte es dennoch gelingen rasch an hochwertigen Loot zu gelangen, darf jener nur behalten werden, wenn man den Level-Ausgang lebendig erreicht und durchschreitet.

Zurück zum Anfang: Vor dem Spielstart wird der eigene Charakter mittels zu Spielbeginn verfügbarem Inventar ausgerüstet. Mini-MG, 9mm oder SKS, was darf es sein? Schusswaffen-Fans finden sich wahrlich in deren Eldorado wieder. Auch Handgranaten, ein Rucksack sowie das bereits erwähnte und oft fast schon zwingend notwendige Nachtsicht-Gerät stehen zur Verfügung. Die Krux an der Geschichte: Ein drohender virtueller Abgang führt zum Verlust (fast) aller mitgenommenen Gegenstände. Das macht die Hatz vor dem Monitor einerseits spannender, andererseits aber auch eine grosse Spur härter. Zumal der eigene Charakter zu Spielbeginn alles andere als trainiert erscheint. Erst mit fortlaufender Spielerfahrung erhält jener mehr Energie, höhere Ausdauer und besseres Überlebensgeschick.

Wer sich in die Höhle der Löwen (oder besser anderer Spieler) wagen möchte, ohne sein ganzes Hab- und Gut zu verlieren, darf auch in die Rolle der überall verstreuten KI-Gegner schlüpfen. Hier verleiht das Spiel nach dem Zufallsprinzip Ausrüstung, der Charakter ist aber nach dem Ableben weg und kann auch nicht weiter gelevelt werden. Dennoch eine gelungene Option, um einerseits eine etwas entspanntere, durch weniger Verlustängste geprägte Spiel-Atmosphäre geniessen zu können, andererseits den Gegnern interessantere Gefechte im Gelände zu verschaffen. Dieser Einsatz ist zeitlich limitiert und nur einmal pro Stunde möglich. 

Das Gelände beschränkt sich in der Beta-Version noch auf einige wenige Abschnitte. So geht es einerseits an der Küste zur Sache oder in der deutlich interessanteren Fabrik. Letztere bietet dank des geschlossenen Areals nicht nur weitaus mehr Action, sondern wirkt auch grafisch überzeugender. Die Textur-Qualität auf offenem Gelände weiss noch nicht immer auf der ganzen Linie zu überzeugen. Immer äusserst hübsch anzusehen sind aber die Lichteffekte und natürlich die vorhandenen Waffenmodelle.  Genau so überzeugend deren Akustik. Überhaupt spielen Töne eine wesentliche Rolle im knallharten Shooter-Alltag. Dauernd scheint man Gegner rumschleichen zu hören, Türen öffnen sich und in der Ferne wird sich ein Duell geliefert – Entspannung sucht man in Tarkov definitiv vergebens. Meistens jedenfalls. Läuft es blöd, entdecken wir je nach Map auch mal über mehrere Minuten keinen einzigen Gegner – das gleicht dann mehr einem Walking Simulator. Wimmelt es von Gegnern, ist vorsichtiges Vorgehen Pflicht. Ein Novum im Genre: Ducken und Aufstehen ist in mehreren Stufen möglich, um so vorsichtig über Deckungen zu schielen und ein möglichst kleines potentielles Ziel abzugeben.

Die Optik des eigenen Söldners dürfen wir übrigens (noch) nicht beeinflussen, genauso wenig dürfen wir zu Spielbeginn denselben Spawn-Punkt wie etwaige Freunde wählen, das macht Coop Gameplay deutlich schwerer. Zumal keinerlei Zeichen rund um das virtuelle Konterfei zeigen, um wen es  sich beim potentiellen Gegner handelt. Da das Spiel aktuell noch nach dem Prinzip „gechossen wird auf alles, das sich bewegt“ abläuft, haben wir uns auch bereits ungewollt Gegenseitig über den Haufen geschossen. Eine Karte  um sich zu orientieren gibt es zwar, muss aber zuerst irgendwo im Level gefunden werden, wie eigentlich alles im Spiel. Zumindest lassen sich mitgenommene Waffen mittels virtueller Kohle versichern, um so zumindest die Chance zu wahren, das eigene Schiessgerät vor einem nächsten Spiel erneut ausrüsten zu können. 

Fazit

Die Flucht von Tarkov war in den ersten Minuten tatsächlich eine Flucht. Das unübersichtliche Menü, die alles andere als leichte Zugänglichkeit und das gnadenlose Gameplay machen es Spielern weltweit nicht einfach, das Spiel zu lieben. Verbeisst man sich aber erstmal ins virtuelle Russland bleibt eine interessante Motivation bestehen. Der Rollenspiel-Charakter des Titels gemischt mit den äusserst hübschen Grafiken lockt immer wieder vor den Screen. Dennoch gilt es noch vieles zu verbessern bis zur verkaufsfertigen Version. Ellenlange Ladezeiten, auftretende Lags, teils wenig hübsche Texturen, kompliziertes bis unmögliches „Co-Op“ Gameplay tun dem Titel weniger gut. Eine Prise Einsteigerfreundlichkeit und Zugänglichkeit wünschen wir uns zudem on-top. Insgesamt bleibt viel Potential von welchem wir derzeit nicht sicher sind, ob Battlestate Games in der Lage sein wird, jenes voll aus zu schöpfen. Die Befürchtung, dass die Reise nach Tarkov nur etwas für die Hardcore-Gamer unter uns bleiben wird, ist zum aktuellen Stand allgegenwärtig. Bis zum finalen Release bleibt aber noch viel Zeit für Feintuning, wir bleiben dran.

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Game

Escape from Tarkov

Escape from Tarkov


Spieler offline
1
Spieler online
64
Release
11/2017
Format
PAL
Genre
FPS
Studio
Battlestate Games
Publisher
Battlestate Games
Offizielle Webseite
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Autor

Andy Meier

Altersfreigabe


PEGI-18

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