Review Uncharted: The Lost Legacy

Nachdem 2016 mit Uncharted 4 - A Thief's End, das letzte Abenteuer von Schatzsucher Nathan Drake erschienen ist, gibt es jetzt Nachschub für alle Fans der Reihe. Mit The Lost Legacy veröffentlicht Naughty Dog eine Stand-Alone-Erweiterung mit zwei neuen Heldinnen. Ob das Abenteuer auch ohne Nathan Spass macht und mit dem hohen Niveau seiner Vorgänger mithalten kann, lest ihr in unserem Test.

Nathan Drake ist im Ruhestand. Dafür haben sich nun seine Freundin Chloe Frazer und Nadine Ross zusammengerauft. Letztere führte im Vorgänger die Söldnertruppe Shoreline an. Die Zusammenarbeit gestaltet sich am Anfang etwas zäh, doch beide wollen ein indisches Artefakt finden: den Stosszahn der Gottheit Ganesha. Chloe und Nadine sind sehr unterschiedliche Charaktere. Während Nadine vorsichtig und bedacht vorgeht, stürzt sich Chloe direkt in die Action und improvisiert in gefährlichen Situationen auch gerne. Dass es dabei zu Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen kommt, erklärt sich fast von selbst und ist dabei sehr unterhaltsam. Und wie es mit sagenumwobenen Schätzen so ist, sind die beiden Damen nicht alleine auf der Jagd danach. Ein Warlord namens Asav will sich den Zahn ebenfalls unter den Nagel reissen und ist mit seiner Privatarmee unlängst in Indien angereist.

Es gibt ein paar kleinere Story-Twists, doch grundsätzlich dreht sich alles um den Wettlauf der beiden Parteien um das gefragte Artefakt. Die Geschichte wird auch dieses Mal wieder in Kapiteln erzählt und einmal mehr kinoreif inszeniert. Manchmal hat der Spieler das Gefühlt, er sähe sich einen animierten Abenteuerfilm an. Dazu tragen vor allem die grossartigen Synchronsprecher und die Mimik der Hauptdarsteller bei. Bereits nach den ersten Spielminuten fällt die Identifikation mit den Hauptcharakteren leicht.

Das Gameplay wurde von Drakes Eskapaden übernommen und ist nach wie vor innovativ. Das Klettern funktioniert genauso einfach wie das Schiessen und das Nutzen der Deckungen. Es darf wieder an Kalksteinwänden geklettert oder sich per Enterhaken über tiefe Schluchten geschwungen werden. Ansonsten gibt es erneut massig Faustkämpfe und ein paar Quicktime-Events. Als neues Minispiel ist das Knacken von Schlössern dazugekommen. Die Areale sind diesmal grösser denn je. Das macht vor allem die Schiesseinlagen spannender. Pazifisten haben dadurch ebenfalls mehr Möglichkeiten, ihre Widersacher elegant aus dem Hinterhalt auszuschalten. In einem Kapitel sind gar gleich mehrere Missionen verfügbar. Da macht es Sinn, sich hinters Steuer zu setzen, um das nächste Ziel auf vier Rädern zu erreichen. Natürlich wird nicht nur geklettert und geballert, sondern es gibt erneut das eine oder andere Rätsel zu lösen. Hier waren die Entwickler kreativ und haben sich ein paar neue Kopfnüsse einfallen lassen. Wer es nicht so mit Fallen entschärfen hat, wird nach einigen missglückten Versuchen vom Spiel an die Hand genommen. Es gibt wieder Schätze zu finden und neu auch Erinnerungsfotos zu schiessen, die mit der spielinternen Handycam geknipst werden.

Grafisch ist The Lost Legacy wahrlich eine Augenweide; und das selbst wenn man kein glücklicher Besitzer einer PS4 Pro ist. Es kommt die selbe Grafik-Engine wie in Unchartet 4 zum Einsatz. Immer wieder schafft es der Titel,  dass wir neue, in die Spielwelt eingebettete Details entdecken dürfen. Mal kündigt sich ein Gewitter an, ein andermal verscheuchen wir mit unserem Jeep eine Gruppe Flamingos, die darauf kurzerhand davon fliegt. Rutscht Chloe einen Hang herunter, sehen ihre Kleider danach schmutzig aus. Fahren wir mit dem Jeep zuerst durch eine Pfütze und danach durch ein Blumenfeld, kleben Blütenblätter an den Reifen. Solche Details machen die Spielwelt unglaublich realistisch und die Spielzeit zu einem Hochgenuss.

Leider erreicht man nach neun Kapiteln bereits das Finale. Durch die hohe Qualität des Spiels gerät schnell in Vergessenheit, dass es sich dabei eigentlich “nur” um ein Add-on handelt. Nachträglich können die verschiedenen Kapitel einzeln ausgewählt und nochmal gespielt werden. Und wer noch nicht genug hat, kann sich in den bekannten Multiplayermodus einloggen. Neu gibt es noch eine Survival-Arena, in der es mehrere Gegnerhorden abzuwehren gilt. Aber auch diese Uncharted-Episode lebt letztendlich vom hervorragenden Singleplayer-Modus.

Fazit

Immer wenn ich den Schluss eines Uncharted-Spiels erreicht habe, bin ich über das jähe Ende enttäuscht. Sei es nun nach neun oder 22 Kapiteln. Im Wissen, dass nun erneut ein paar Jahre vergehen werden, bis der nächste Titel aus der Serie erscheint. Ich war damals überrascht, als die Solokampagne “The Lost Legacy” angekündigt wurde. Gleichzeitig aber auch unsicher, ob in der kurzen Zeit etwas Hochwertiges entstehen würde. Vielleicht gibt es ja nur ein paar neue Zwischensequenzen und ein paar Artefakte die man finden muss? Ich wurde glücklicherweise positiv überrascht. Naughty Dog hat sich ins Zeug gelegt und einmal mehr die eigenen Qualitäten als Spieldesigner bewiesen. Level-Design, Charaktere, Zwischen-Sequenzen, alles ist extrem hochwertig und mit viel Liebe zum Detail entstanden. Leider wird man das Abenteuer in knapp zehn Stunden durch haben, in dieser Zeit aber durchwegs sehr gut unterhalten werden. Ich persönlich hätte mir noch ein paar neue Ideen gewünscht, sei es für die Story oder Spielelemente im allseits bekannten Gameplay. Eigentlich ist es nur "mehr vom Gleichen". Trotzdem oder gerade deswegen sollte das Spiel aber in keiner PS4-Sammlung fehlen; ein kürzeres aber nicht minder fantastisches Uncharted-Abenteuer, perfekt für den Spätsommer.

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Game

Uncharted: The Lost Legacy

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Spieler offline
1
Spieler online
10
Release
08/2017
Format
PAL
Genre
Action-Adventure
Studio
Naughty Dog
Publisher
Sony
Offizielle Webseite
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Autor

Stephan Eggenberger

Award

Editors Choice Award

(G)net Score

91

 

Graphics
98
Sound
95
Gameplay
88
Umfang
82

(G)community Score

98

 

Graphics
100
Sound
90
Gameplay
85
Umfang
65

Positiv


  • Top Grafik
  • hervorragende Vertonung
  • Für ein Stand-Alone Add-On angenehm lange Spielzeit
  • flüssiges Gameplay...

Negativ


  • ...mit kaum Neuerungen
  • Gerne hätten wir nach den zehn Stunden weiter gespielt

Altersfreigabe


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