Special ASUS ROG Strix GL702V

Der neue Mid-Range Gaming-Laptop ASUS ROG GL 702VM kommt ohne die extreme Performance der üblichen ROG Maschinen daher, leistet in seiner Preisklasse aber erstaunlich viel. Wie viel genau und wo ASUS überall gespart hat, um den attraktiven Preis zu halten, das erläutern wir in diesem Hardware-Test.

Die Schlüsselkomponente des neuen GL702V von ASUS ist sicherlich die Nvidia GeForce GTX 1060 Grafikkarte, die von ASUS selbst entworfen wurde, mit Fokus auf einer mobilen Systerm-Archtitektur. Natürlich hätte ASUS auch einfach eine GTX 1070 verbauen können, dann würde der Laptop aber auch gleich ein paar hundert Franken mehr kosten. Der GL702V richtet sich an die Zielgruppe der spielenden Mittelschicht und nicht an eSportler oder sogenannte hardcore Gamer. Auch der Hauptprozessor des Gaming-Laptops folgt dieser Philosophie. Der Core i7-6700HQ von Intel gehört zur 6. Generation der leistungsstarken Quad-Core Prozessoren und mit seinen 2.8 GHz Taktfrequenz (Turbo Peak 3.4 GHz) bringt er genügend Power für ein schnelles Multi-Tasking und Arbeiten unter Windows 10 mit - und natürlich zum Spielen. Dazu gesellen sich 16GB RAM, eine 256GB grosse SSD Hauptplatte und eine 1TB Datenplatte. Die SSD ist ein SATA Modell (also etwas langsamer als in aktuellen Systemen) und der RAM-Speicher liefert lediglich 2,133MHz. Das ist aber immer noch ansehnlich und für diese Preisklasse angemessen. Anschlüsse sind genügend vorhanden; Neben Gigabit Ehternet und dual-band WiFi befinden sich USB 3 und 3.1-, HDMI- und Mini-Display-Anschlüsse am Gehäuse (siehe Fotos). Ein SD-Karten Slot rundet das Angebot ab. Den GL702V gibt es in zwei Ausführungen; das günstigere Modell GC003T mit i5-6300HQ Prozessor und 8GB RAM, sowie Modell GC010T (unser Testmodell), welches etwas mehr kostet, dafür aber mit 16GB RAM und dem Core i7 aufwarten kann.
 
 
Optik und Verarbeitung
 
Optisch hat ASUS keine Kosten und Mühen gescheut. Das silberne Gehäuse aus einem Mix aus Aluminium und Plastik, die Hintergrundbeleuchtung der Tasten, die akzentuierten WASD-Keys, das alles wirkt stylisch und edel. Der Laptop sieht in unseren Augen sehr schick aus und auch die Dimensionen sind lecker; nur 24mm dick und nur 2.7kg schwer. Sowas lässt sich easy an die nächste Gamenight mitnehmen. Einzig die Verarbeitung dürfte etwas besser sein. Der Bildschirm war bei unserem Test-Modell etwas wackelig und die Handablage gibt für unseren Geschmack zu sehr nach. Das untere Gehäuse ist dagegen sehr stabil, lässt sich aber nicht ohne weiteres öffnen – was bedeutet, dass man hier keine Komponenten auswechseln kann (ausser man nimmt den Verlust der Garantie in Kauf).
 
 
Das Keyboard
 
Die WASD-Tasten des ansonsten schwarzen Keyboards sind mit einem heller leuchtenden Rand versehen und die ganze Tastatur besitzt eine rote Hintergrundbeleuchtung mit variabler Helligkeit. Es gibt sogar einen richtigen Zahlenblock, eine grosse Return-Taste und beim Klick auf den ASUS ROG-Key öffnet sich die hauseigene Gaming Center App. Diese zeigt etwa die Temperatur der CPU und GPU, Clock-Speed oder diverse Screen- und Audio-Optionen an. Anpassungen am System können hiermit schnell und unkompliziert erledigt werden. Das Keyboard fühlt sich hervorragend an. Ich würde sogar behaupten, dass wir es hier mit einem der besten Laptop Keyboards zu tun haben. Die Tasten haben einen äusserst angenehmen Druckpunkt, sind leiste und weich. Schreiben ist mit dieser Tastatur eine wahre Freude. 
 
 
Performance
 
Eine NVIDIA Pascal GTX1060 mit einem Full-HD Bildschirm zu kombinieren ist 2017 eine grenzwertige, letzlich jedoch die beste Entscheidung. Der GL702V hatte mit den von uns getesteten Spielen in der Auflösung von 1920 x 1080 keine Probleme. Würde man in 4K spielen wollen, wäre die GTX1060 erfahrungsgemäss wohl zu schwach. Die von den meisten Gamern gewünschte Bildrate von 60fps zu halten war in Full-HD z.B. bei DiRT4, GTA V oder Middle-Earth: Shadow of Mordor kein Problem. Full-HD ist also die beste Wahl. Der Screen unterstützt Nvidias G-Sync Technik bei einer maximalen Framerate von 60Hz, optimal also für Spiele mit 60 Bildern pro Sekunde. Um das System ans Limit zu treiben, haben wir Deus Ex: Mankind Divided geladen – eines der optisch anspruchsvollsten Spiele zur Zeit. Hier schaffte der Laptop durchschnittlich 29fps bei maximalen Grafikeinstellungen. Das ist immer noch sehr aktzeptabel, zeigt aber auch, dass die GPU nicht mehr viel Luft nach oben hat, um mit kommenden Triple-A Spielen umzugehen. 2018 muss man dann wohl bei den Grafikeinstellungen im Spiel runter schrauben, um eine hohe Bildrate zu haben. Wer einen externen 4K Bildschirm anschliessen, VR nutzen oder Spiele in einer höheren Auflösung als 1080p zocken möchte, wird mit diesem Laptop schnell an die Grenzen stossen. Der 3DMark: Fire Strike Test bestätigt das, kam aber auf ansehnliche 12.885 Punkte. 
 
Die i7 CPU leistet gute Arbeit und wird auch unter Last nicht zum verhassten Flaschenhals. Die SSD Festplatte liefert ebenfalls gute Resultate mit einer Schreibgeschwindigkeit von 478MB/Sek. bzw. einer Lesegeschwindigkeit von 514MB/Sek. Die verwendeten „Mittelklasse“-Komponenten im GL702V haben einen entscheidenden Vorteil: Die Hitzeentwicklung ist erfreulich gering und der Laptop ist auch unter Last sehr leise! Leiser als jeder andere Gaming-Laptop den wir bis heute getestet haben. CPU und GPU Temperaturen liegen beim Zocken bei durchschnittlich 86 Grad, die entstehende Heissluft wird hinten am Gerät ausgestossen. Keyboard und Handablage wurden nicht warm, ebenfalls erfreulich!
 
 
Bild- und Soundqualität
 
Das 17" (43cm) grosse, matte Full-HD Display leistet eine zufriedenstellende Arbeit beim Spielen, hat mit 127ppi jedoch eine geringere Punktdichte als andere Bildschirme in der gleichen Grösse. Mehr ppi = schärfere, präzisere Bilder, was zwar bei sich schnell bewegenden Grafiken nicht so eine marginale Rolle spielt, jedoch schön ist, wenn man es trotzdem hat. Der GL702V hat andere Stärken, namentlich 60Hz Nvidia G-Sync und einen guten Kontrast von 900:1 bei einem Schwarzwert von 0.35-nit. Die Farben sind kräftig und das Schwarz schön dunkel und satt. Ideal auch zum Filme schauen.
 
Akkustisch ist der „Strix“, wie ASUS diesen Laptop liebevoll nennt, leider etwas schwachbrüstig. ASUS liefert zwar eine APP namens „AudioWizard“ mit, aber diese kann bei den beiden verbauten, eher minderwertigen Lautsprechern nur wenig reissen. Da fehlt es hauptsächlich an Bass und das, obwohl zwei Sound-Optionen namens „Battlefield“ und „War Room“ genau für diesen sorgen sollen. Bei diesen Einstellungen werden die Höhen jedoch fast komplett verschluckt, welche ansonsten überwiegen. Die Einstellung „Action“ ist noch die Beste von allen, hat sie doch eine gute Balance zwischen Höhen und Tiefen. Am besten man schliesst gleich zu Beginn ein ordentliches Gaming-Headset an. Problem gelöst.
 
 
Batterie / Betriebsdauer
 
Ein grosses Thema bei Gaming-Laptops ist immer wieder die Betriebsdauer abseits vom Stromnetz. Grafikkarte und CPU sind gemessen am heutigen Standard immer noch grosse Stromfresser. Man müsste trotzdem davon ausgehen, dass man mit dem "Strix" etwas länger daddeln kann als üblich. Das ist leider falsch, da ASUS eine kleinere Batterie eingebaut hat. Auch hier wurde offensichtlich an Herstellungskosten und Platz gespart. So läuft der Laptop unter Volllast und mit der höchsten Helligkeitsstufe nur knapp etwas länger als 1.5 Stunden ohne Strom. Im Windows-Betrieb schafft er es immerhin auf knapp 3 Stunden. Es gilt also weiterhin der Leitspruch: Wer einen Gaming-Laptop hat, darf sich nicht weit von der Steckdose entfernen.
 

Pro:

• gutes Preis-Leistungsverhältnis
• schickes, schlankes Design
• wenig Hitze- und Geräuschentwicklung
 
Contra:
 
• Batterielaufzeit
• Verarbeitung
• Lautsprecher

 

Fazit

Der ASUS GL702V ist günstiger als die meisten seiner Konkurrenten, bietet aber trotzdem eine qualitativ hochwertige Gamingerfahrung. Die GTX1060 ist die ideale Komponente für den integrierten 1080p Screen. Zudem gefällt das Design und die Ergonomie. Der Gaming-Laptop ist ausserdem sehr leise und wird nicht sonderlich heiss. Der tiefe Preis hat aber auch ein paar Nachteile. VR oder 4k Gaming (via externem Bildschirm) ist hier nur begrenzt möglich und die Leistung wird spätestens nächstes Jahr zu wenig sein, um aktuelle Spielehighlights in ihrer ganzen Grafik-Pracht zu geniessen. Die schwachen Lautsprecher sind hingegen kein grosses Problem, da die meisten Gamer ohnehin auf Headsets zurückgreifen. Unter dem Strich ist der GL702V eine sehr gute Wahl, wenn man für einen Gaming-Laptop nicht allzu sehr in die Tasche greifen will und/oder auf 4K und VR verzichten kann.

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