Special Das neue iPhone 6s Plus im Test

Seit ein paar Tagen ist in der Schweiz Apple's neue 'S-Klasse' zu haben. Die Rede ist von iPhone 6s und 6s Plus. Welche Neuerungen die neuen Handys bringen, verraten wir euch jetzt in unserem Testbericht.

Wer dieser Tage auf die Apple-Website surft liest da mit grossen Buchstaben: "Alles, was sich geändert hat, ist alles". Ein grosses Statement, dessen Wahrheitsgehalt wir hier und jetzt auf den Grund gehen wollen. Äusserlich sind Änderungen auf jeden Fall kaum wahrzunehmen. Gut, es gibt mit Roségold eine neue Farbe, abgesehen davon ist es aber nur das kleine 'S' auf der Rückseite des Covers, dass auf ein neues Modell hinweist. Dass das neue iPhone genau so aussieht wie das alte, hat aber in erster Linie Vorteile, denn bereits gekaufte 'Cover' und Schutzhüllen passen natürlich immer noch. Die Verarbeitung und die verwendeten Materialien sind gewohnt hochwertig und das tolle Design machen es auch 2015 immer noch zu einem der edelsten Handys auf dem Markt.
 
Widmen wir uns zunächst einmal den Zahlen. Mit einer Abmessung von von 158,2 x 77,9 x 7,3 Millimetern und einem Gewicht von 192 Gramm hat das neue iPhone 6s PLus in allen Bereichen noch einmal zugelegt (alte Werte: (158,1 x 77,8 x 7,1 mm, 172 g). Obwohl wir als Gamer auf jeden Fall das Plus Modell bevorzugen kommen wir nicht umher zu bemerken, dass es sich wirklich nur für grosse Hände eignet. Wer sein Mobile-Phone nur für alltägliche Aufgaben nutzt, sollte darum besser auf die normale Version zurück greifen. Wir Gamer freuen uns hingegen über die extra Bildschirmfläche, die gerade im Querformat richtig gut zur Geltung kommt. Das 5,5 Zoll grosse 'Plus' bringt nunmal echtes 'Full HD' mit 1920 x 1080 gegenüber 1334 x 750 Pixeln beim iPhone 6S. Der iPhone Retina-Bildschirm gehört nach wie vor zum Besten, was man für Geld haben kann und überzeugt auf ganzer Linie. Alles ist extrem scharf, mit knackigen Farben und sehr blickwinkelstabil, also auch von der Seite her gut lesbar.
 
 
 
Der "Rechtsklick" für das iPhone
 
Die grösste Neuerung befindet sich aber unter dem Display. 3D Touch heisst die neue Funktion, die PC-Nutzer schon als den "Rechtsklick für das iPhone" bezeichnen. Wie funktioniert 3D Touch? Das Display des neuen iPhones ist Drucksensitiv und erkennt, wie fest man auf den Touchscreen drückt, und dies in drei Sensibilitätsstufen (können unter Settings ausgewählt werden). Je nachdem wie fest man drückt, bietet iOS 9.0 sogenannte 'Quick-Actions' an. Es erscheint also quasi ein kleines Kontextmenü, wie man es vom PC her kennt, wenn man die rechte Maustaste klickt. Bei der Kamera-App lässt sich so z.B. bestimmen, ob man lieber ein Video, ein Selfie oder einfach nur ein Foto aufnehmen will. Auch die Stopp-Uhr, der Timer oder der Wecker lassen sich so direkt auswählen, ohne die Uhr-App zuvor zu öffnen. Am praktischsten ist das bei der E-Mail App. Neue E-Mails können via 'Peek and Pop' als Vorschau angezeigt werden und von dort auch gleich gelöscht oder weitergeleitet werden. Das macht die Arbeit mit dem neuen iPhone 6s noch schneller und komfortabler als zuvor. Speziell gut gefallen hat uns der 3D Touch beim Erfassen von Texten. Beim Tippen kann der Cursor innerhalb des Textes ganz leicht verschoben werden. Einmal fest gedrückt und das Virtual Keyboard verwandelt sich in einen Touch-Screen, mit welchem man den Cursor super-einfach neu positionieren kann. 
 
3D Touch beim Gamen
 
Gerade beim Spielen macht das neue Feature Laune und birgt viel Potential. Endlich dürfen wir z.B. bei Rennspielen (AG Drive - Appstore) endlich sachte Gas geben oder bremsen. Auf welche andere Ideen die Spiele-Entwickler noch kommen werden wird interessant zu beobachten sein. Zur Zeit gibt es leider noch nicht wirklich viel Software, die 3D Touch unterstützt. Das wird sich aber ziemlich schnell ändern. 
 
 
Bessere Performance von Touch ID und Prozessor
 
Das neue iPhone 6s/Plus ist rasend schnell! Der Fingerabdrucksensor reagiert quasi mit Lichtgeschwindigkeit. Die zweite Generation von 'Touch-ID' erkennt den eigenen Finger merklich schneller. Daran dürfte vor allem der neue Apple A9-Prozessor Schuld sein. Die zwei Kerne des A9 sind mit rund 1,82 Gigahertz getaktet und erhalten von 2 Gigabyte RAM unterstützung. Im Vergleich zu manchem Android-Rivalen ist das wenig, doch wie wir wissen ist die Hard- und Software eines Apfel-Gerätes dermassen gut aufeinander abgestimmt, dass absolut flüssiges und ruckelfreies Arbeiten möglich ist (was so manchem Android-Kollegen trotz vermeintlich mehr Leistung schwer fällt). Die Akkuleistung ist gleich geblieben, das bestätigt auch Apple selbst. Hier verspricht man bis zu 24 Stunden Sprechdauer in einem 3G-Netz, ca. 16 Tage Standby, bis zu 12 Stunden HD-Video Wiedergabe und rund 12 Stunden Surf-Zeit. Unsere eigenen Erfahrungswerte zeigen, dass man so ungefähr alle 2 Tage an den Strom muss. 
 
Neue Kamera mit 4K-Videos und Selfie-Blitz
 
Die dritte grosse Neuerung beim iPhone 6s/6s Plus bietet die Kamera. Die Kamera auf der Rückseite schiesst neu Bilder mit 12 statt 8 Megapixel, die auf der Vorderseite mit 5 statt 1,2 Megapixel. Zudem kann man jetzt Filme in 4k-Auflösung drehen. Das braucht natürlich immensen Speicherplatz, weswegen man die Auflösung von Filmen selbst bestimmen kann bzw. weiterhin mit 'nur' 720p filmen kann, wenn man dies denn möchte. Eine Minute 4k-Video entsprechen ca. 400MByte. Wer viel filmt, sollte sich daher unbedingt ein iPhone Modell mit viel Speicherplatz zulegen. Die Qualität der Aufnahmen sind dabei über jeden Zweifel erhaben, selbst bei schwachem Umgebungslicht. Der Autofokus arbeitet schnell und präzise. Das iPhone 6s Plus verfügt übrigens über einen optischen Bildstabilisator. Dieser fehlt im kleineren 6s Modell. 
 
Neu lassen sich sogenannte 'Live Fotos' schiessen. Apple redet hier von einer 'Mischung aus Foto und Video', wir reden eher von sowas wie einem animierten GIF. Das iPhone zeichnet dabei einige Sekunden Bewegtmaterial auf, so dass Bilder später auf Knopfdruck quasi lebendig werden. Eine nette, aber vernachlässigbare Spielerei wie ich finde. Besser, weil wesentlich nützlicher, ist da der neue Retina-Flash. Selfie-Liebhaber können nun endlich Fotos mit Blitz schiessen. Dabei blitzt der Bildschirm bei Gebrauch der Frontkamera kurz ganz grell auf, was dem Effekt eines Blitzes sehr nahe kommt. Dabei leuchtet bei Gebrauch der Frontkamera das Display kurz hell auf und leuchtet so das Gesicht des Fotografen aus - nicht immer vorteilhaft, aber doch sichtbar.
 

 

Fazit

Wie zu erwarten war bingt Apple dieses Jahr eher Verbesserungen denn echte Neuerungen. Mit Ausnahme der innovativen 3D-Touch-Funktion, die sich am ehesten mit der Rechts-Klick-Funktion am Desktop-Rechner vergleichen lässt. Schnell hat man sich an die neue, komfortablere Bedienung gewöhnt, die altbekannte Abläufe merklich beschleunigt. Ob das jetzt, zusammen mit der gesteigerten Leistung eines A9 Chips und der verbesserten Kamera, Fans erneut ermutigt, den sehr hohen Einstiegspreis von CHF 759.- (16 GByte Modell) zu bezahlen, sei dahingestellt. Abschliessend steht aber auf jeden Fall fest, dass man als Gamer immer mehr Performance gebrauchen kann und die 3D Touch Funktion gerade für das Gaming wie geschaffen ist.

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