Special Street Fighter Assassin’s Fist

Schon früh startete Hollywood den Versuch, mit erfolgreichen Videospielen die Kinokasse klingeln zu lassen. Leider geniessen diese Umsetzungen nicht den besten Ruf, obwohl sich die beiden Medien immer mehr annähern. In den 90ern erreichte die Popularität von Street Fighter den Höhepunkt und schaffte 1994 den Sprung auf die grosse Leinwand. Der Film war sogar für die damaliger 1990-Jahre miserabel, wohl auch deswegen wurden weitere Verfilmungen der Prügelsaga bis 2009 auf Eis gelegt. Diese Version sahen wahrscheinlich nur die Zuschauer, welche an die Premiere eingeladen waren.

Die Jahre verstrichen und zwei emsige YouTuber dachten sich: "Das können wir besser" und beschlossen kurzerhand auf dem Videoportal ihre eigene Interpretation über das Street Fighter Universum zu veröffentlichen. Diese 12 Episoden sind nun auf Blu-Ray und DVD erschienen. Die Schöpfer der Serie konzentrierten sich dabei ganz gezielt auf die Schlüsselcharaktere Ryu und Ken. Einige Strassenkämpfer sind schlicht auch zu überzeichnet, um in einem Film auf die selbe Weise funktionieren zu können; Ja Blanka, Du!. Die Umsetzung profitiert entsprechend klar davon, dass der Fokus auf einige wenige gerichtet wird.

Der Handlungsstrang ist schnell erzählt und beinhaltet natürlich einige Klischees, die in Martial Arts Filmen nicht fehlen dürfen. Getötete Meister, Trainingsmontagen und kriegerische Brüder gehören selbstverständlich mit zum Programm. Ryu und Ken werden von Gouken ausgebildet und trainieren unter dem wachsamen Auge ihres Lehrers. Akuma, der negative Gegenpol vom mürrischen Meister, stellt die Welt der beiden Kampflehrlinge auf den Kopf und der einfache Plot kommt so ins Rollen.


Wer sich auf Effekte aus der Traumfabrik einstellt wird schnell enttäuscht. Es muss beachtet werden, dass es sich um ein eigentliches Fanprojekt handelt und kein Millionenbudget vorhanden war. Das Gute daran ist: Es wird deutlich spürbar, dass den Machern die Vorlage am Herzen liegt. Es wurde viel Passion und Herzblut in den Film gesteckt. Die Kampchoreographie ist solide, doch leider macht sich auch hier das limitierte Budget bemerkbar. Die Schauspieler sind Laien und in erster Linie wohl ausgebildete Kampfsportler, das fällt aber nicht wirklich negativ aus, da Ryu und Ken letztendlich nicht besonders vielschichtige Charaktere sind.
 

Fazit

Es ist ein interessanter Ansatz, dass echte Fans sich um eine anständige Umsetzung auf Zelluloid kümmern möchten; begrüssenswert. Allerdings erwartet das verwöhnte Auge schlicht mehr. Mit den limitierten Effekten und den einfachen Schauspielern kann ich leben, doch auch bei der Handlung kriegen wir nichts Bahnbrechendes geboten. Klar, das Ursprungs-Material stammt auch nicht aus der Feder von Dostoyevksy und ich finde es positiv, dass nur wenige Strassenkämpfer im Rampenlicht stehen. Doch für mich überzeugt das Endprodukt dennoch nicht voll umfänglich. Wer den selben Friseur wie Guile besucht oder ähnlich dem Inder Dhalsim Feuer spucken kann, sollte vielleicht mal reinschauen. Ich bin leider zu wenig vertieft im Street Fighter Universum um dem Film etwas abgewinnen zu können.

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